Wir haben nur das eine Leben – lasst es uns verschwenden!
Redakteurin Nicole Reese nimmt uns mit durch ihr Leben, in dem sie später dran war als andere und fragt sich, warum beim Thema Alter immer alle zurückweichen. Ist es die Angst davor, das Leben zu leben, das wir wirklich wollen?
Es ist eng. Körper stoßen aneinander, an Stühle, gegen Ranzen. Lautes Stimmengewirr, schüchterne Blicke. An die Aufregung, ans Herzklopfen erinnere ich mich, und an den blauen Nicky-Pullover des Jungen neben mir. Auf dem Foto zur Einschulung umklammere ich stolz und fest meine Schultüte. Spät dran war ich damals schon. Mit sieben war ich älter als die meisten anderen in meiner Klasse.
Rückblickend sticht aus dem Knäuel loser Fäden, die ein Leben so mit sich bringt, ein roter heraus: Zeitlich ein wenig daneben zu liegen. Jedenfalls was die gängigen Karriereschritte und Lebensentscheidungen betrifft: Studium, Praktikum, Ausland, Jobs, große Liebe, Kinder, trallala – und am Ende geht’s dann nochmal auf Reisen. Die Richtung ist jedenfalls vorgegeben.
Kinder, Karriere – später.
Auch bei mir. Manches dauerte nur etwas länger, lenkte mich zeitweilig ab oder war ein nötiger Umweg, der erst im Nachhinein Sinn ergab.
Die Stimmung meiner Freunde und mir changierte nach der Schule zwischen totaler Orientierungslosigkeit und glänzenden beruflichen Karriereoptionen, die sich, wenn überhaupt, eher zufällig ergaben. Wir studierten, jobbten in Bars und Marktforschungsinstituten, verpassten Bewerbungstermine, reichten Mappen ein, hatten feste Beziehungen genauso wie Affären.
Wir waren allesamt auf der Suche nach einem interessanten Leben. Bis die Definitionen, wie ein solches aussehen sollte, sich immer mehr voneinander entfernten.
…
Den ganzen Artikel kannst du im PersonalityMag lesen, dort ist er am 01.5.23 erschienen